Rahmenprogramm

Neben den BRUNDIBÁR-Aufführungen beider TJO-Projekte fand ein umfangreiches Rahmenprogramm und eine intensive Zusammenarbeit mit Schulen in und um Kassel statt.


»…und der Regen Rinnt«

Eine Literarisch-musikalische Erzählung über das Ghetto Theresienstadt

©Felix Werthschulte
©Felix Werthschulte

Die Jugendlichen des Kinder- und Jugendchores CANTAMUS entwickelten ein eigenes Theaterstück über das Ghetto Theresienstadt, das bei der Soiree zum 15. TJO BRUNDIBÁR und im Rahmen der Hessischen Theatertage 2019 präsentiert wurde.

Die Jugendlichen haben sich mit den Schicksalen der Internierten des Ghettos Theresienstadt auseinandergesetzt, ihre Tagebücher und Biografien gelesen und ein Theaterstück entwickelt, in dem sie ihre Geschichten wieder aufleben lassen und über das Leben im Ghetto Theresienstadt erzählen.

 

In der Spielzeit 2020/21 ist »... und der Regen rinnt« im Opernfoyer des Staatstheaters Kassel an mehreren Abenden zu erleben.


Uraufführung »Children of Terezín«

Larissa Kofman © MuperPhoto
Larissa Kofman © MuperPhoto

Nach großem Erfolg des 13. TJO wurde in der Spielzeit 2018/19 BRUNDIBÁR in neuer Besetzung  wiederaufgenommen – gleichzeitig kam es in diesem Jahr am Staatstheater Kassel zu einer Uraufführung: Die israelische Komponistin Larissa Kofman hat für das Staatstheater Kassel das Stück »Children of Terezín« (»Kinder von Terezín«) komponiert, das 2019 als Prolog Hans Krásas Oper vorangestellt erklang.

 

»Children of Terezín« von Larissa Kofman ist eine Art Memoria an die Kinder des Ghettos Theresienstadt. Die israelische Komponistin macht darin ihre tiefe Tragik hörbar und setzt sich mit dem Thema »Katastrophe« auseinander. Expressionistisch und bildhaft zeichnet Kofman eine düstere Atmosphäre, die durch die Vorahnung von etwas Bösem und dem Gefühl von Angst und Ausweglosigkeit hervorgerufen wird. Gleichzeitig klingen hier und dort Melodien aus BRUNDIBÁR an, die Kofman in ihre Komposition hineingewebt hat.

 

So wird Larissa Kofmans Komposition zum Wendepunkt im Konzept des Kasseler BRUNDIBÁR:

Vor der Aufführung werden Hintergrund- und Entstehungsgeschichte in einem umfangreichen Rahmenprogramm behandelt. Noch im Foyer des Schauspielhauses können Zuschauer etwas darüber in der Ausstellung »Einen Schmetterling habe ich hier nicht gesehen« lernen. Sobald später auf der Bühne und im Zuschauerraum Hans Krásas Musik erklingt, tauchen wir ab in ein Märchen von Freundschaft, Träumen und Hoffnung.

 

Dennoch steht die Inszenierung nicht völlig abseits der Geschichte des Werks. Die Inszenierung steht einerseits für sich und ist gleichzeitig durch den Prolog von Larissa Kofman und seine Ausgestaltung musikalisch und szenisch mit dem geschichtlichen Hintergrund verbunden.


Ausstellung »Einen Schmetterling habe ich hier nicht gesehen«

Im Foyer des Schauspielhauses wurde anlässlich des 15. TJOs die Ausstellung »Einen Schmetterling habe ich hier nicht gesehen« präsentiert. Sie zeigt Kinderzeichnungen und Gedichte aus Terezín und bot gleichzeitig Hintergrundinformationen über das Ghetto Theresienstadt.

 

» ... mich ruft der Löwenzahn

und auch der weiße Zweig im Hof auf der Kastanie

doch einen Schmetterling hab ich hier nicht gesehen

das war gewiss der allerletzte,

denn Schmetterlinge leben hier nicht

im Ghetto«

 

aus dem Gedicht "Der Schmetterling"

von Pavel Friedmann (übersetzt von Otto Kalina)


Matineé in Stadtmuseum Hofgeismar

Im Stadtmuseum Hofgeismar fand am 10. März 2019 eine Matinée zu BRUNDIBÁR statt. Dabei wurde die Geschichte des Werkes mit der lokalen Geschichte Hofgeismars verknüpft. Besucher konnten von Schicksalen Hofgeismarer Juden erfahren, die zur Zeit des Nazionalsozialismus in das Ghetto Theresienstadt deportiert wurden.

Die Matinée wurde musikalisch vom CANTAMUS-Jugendchor begleitet. Dazu veranstaltete auch das Stadtmuseum Hofgeismar Workshops in Schulen und Führungen durch das Museum.


Inspiriert - Theater im Gottesdienst

Am Sonntag den 26. Mai 2019 wirkte der Kinder- und Jugendchor CANTAMUS in der Martinskirche Kassel bei einem Gottesdienst der Predigtreihe "Inspiriert" mit und präsentierte Ausschnitte aus der Kinderoper BRUNDIBÁR.

 

Die Predigtreihe »Inspiriert« in der Martinskirche zu ausgewählten Inszenierungen ist ein gemeinsames Projekt des Staatstheaters Kassel, der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck und der Evangelischen Kirchengemeinde St. Martin.

 

Die Predigt zu "Brundibár" finden Sie HIER.


Ausstellung »Zeichne, was Du siehst«

Parallel zu den Vorstellungen des 13. TJOs von BRUNDIBÁR in der Spielzeit 2016/17 war im Foyer des Schauspielhauses des Staatstheaters die Ausstellung »Zeichne, was du siehst« mit Bildern von Helga Weissová zu sehen. Sie war als Zwölfjährige nach Theresienstadt gekommen und hatte den Ghettoalltag auf Papier festgehalten.


FILM »Wiedersehen mit Brundibár«

In Kooperation mit dem Filmladen in Kassel wurde anlässlich des 13. TJOs in einer Matinée der Dokumentarfilm »Wiedersehen mit Brundibár« von Douglas Wolfsperger gezeigt, in dem sich eine Jugendtheatergruppe zusammen mit der Holocaust-Überlebenden Greta Klingsberg auf den Weg nach Theresienstadt macht. Klingsberg ist eine der wenigen überlebenden Darsteller der Theresienstädter Brundibár-Aufführungen.

 

 


Kammermusikabend »Abendphantasie«

 

In einem Kammermusikabend am 27. Juni 2017 (13. TJO), wurden einige Werke der in Theresienstadt inhaftierten jüdisch-tschechischen Komponisten von Orchestermusikern und Sängerinnen und Sängern des Staatstheaters präsentiert: Lieder von Pavel Haas und Victor Ullmann sowie Tanz, Passacaglia und Fuge für Streichtrio von Hans Krása.