Brundibár im Konzentrationslager Theresienstadt

Noch bevor Brundibár uraufgeführt werden konnte, wurde der Komponist Hans Krása nach Theresienstadt verschleppt. Dort übernahm er die Leitung der Musiksektion, die ein Teil der von den Nazis vorgeschriebenen »Freizeitgestaltung« war. Krása trug dazu bei, dass es in Theresienstadt ein bemerkenswertes Kulturprogramm mit Konzerten, Oper und Kabarett gab. Im Jüdischen Waisenhaus von Prag hatten Freunde Krásas unter schwierigen Umständen 1942 noch die heimliche Uraufführung von Brundibár bewerkstelligt. Als die meisten Heimkinder und -Angestellten 1943 ebenfalls deportiert wurden, gelangte mit ihnen ein Klavierauszug der Oper nach Theresienstadt. Krása notierte daraus eine Neufassung für die vorhandenen Instrumente und das Werk wurde 55 Mal von Kindern im KZ aufgeführt. Für viele der Mitwirkenden und ihr Publikum war die Oper eine kurze Flucht aus dem grausamen Alltag.

Zuletzt missbraucht als Bestandteil des Nazi-Propagandafilms »Der Führer schenkt den Juden eine Stadt«, fanden die Aufführungen 1944 ihr trauriges Ende: Fast alle Darsteller kamen ins Vernichtungslager Ausschwitz.