Das Rahmenprogramm

In Kooperation mit dem Filmladen zeigten wir in einer Matinée den Dokumentarfilm »Wiedersehen mit Brundibár« von Douglas Wolfsperger, in dem sich eine Jugendtheatergruppe zusammen mit der Holocaust-Überlebenden Greta Klingsberg auf den Weg nach Theresienstadt macht. Klingsberg ist eine der wenigen überlebenden Darsteller der Theresienstädter Brundibár-Aufführungen.


Parallel zu den TJO-Vorstellungen von Brundibár war in den Foyers des Staatstheaters die Ausstellung »Zeichne, was du siehst« mit Bildern von Helga Weissová zu sehen. Sie war als Zwölfjährige nach Theresienstadt gekommen und hatte den Ghettoalltag auf Papier festgehalten.


Die in Theresienstadt inhaftierten Komponisten trotzten dem Grauen mit dem, was sie am besten konnten: komponieren, proben, musizieren. In einem Kammermusikabend brachten wir einige ihrer Werke zu gehör: Lieder von Pavel Haas und Victor Ullmann sowie Tanz, Passacaglia und Fuge für Streichtrio von Hans Krása.

 

In Workshops (erarbeitet in Kooperation mit dem Sara Nussbaum Zentrum für Jüdisches Leben) wurden Mitwirkenden und Schulklassen die Hintergründe von Brundibár näher gebracht. Darin ging es zum Beispiel um die Lebensumstände im Konzentrationslager Theresienstadt. Die Workshop-Teilnehmer überlegten gemeinsam, was ein Mensch alles zum Leben braucht. Und was es heißt, wenn das Lebensnotwendige nicht mehr oder nur noch in geringem Umfang zur Verfügung steht. Brundibár spielt in einer Welt, in der es so »normale« Dinge wie Milch und Kuchen gibt, einen Eismann und einen Polizisten. Welche Bedeutung hatte es wohl für die inhaftierten Kinder, auf der Bühne über Eiscreme und Kuchen zu singen und den bösen Leierkastenmann Brundibár zu besiegen? Damit setzten sich Kinder und Jugendliche auseinander und stellten viele Fragen.