Ausstellung "Einen Schmetterling habe ich hier nicht gesehen"

Im Foyer des Schauspielhauses wird vom 28.05. bis zum 27.06. 2019 die Ausstellung "Einen Schmetterling habe ich hier nicht gesehen" präsentiert. Sie zeigt Kinderzeichnungen und Gedichte aus Terezín und bietet Hintergrundinformationen zum Ghetto Theresienstadt.

 

>> ... mich ruft der Löwenzahn

und auch der weiße Zweig im Hof auf der Kastanie

doch einen Schmetterling hab ich hier nicht gesehen

das war gewiss der allerletzte,

denn Schmetterlinge leben hier nicht

im Ghetto<<

 

aus dem Gedicht "Der Schmetterling"

von Pavel Friedmann (übersetzt von Otto Kalina)


Uraufführung „Children of Terezín“

Larissa Kofman © MuperPhoto
Larissa Kofman © MuperPhoto

Das TJO Brundibár wird in neuer Besetzung wiederaufgenommen – gleichzeitig kommt es dieses Jahr am Staatstheater Kassel zu einer Uraufführung:

Die israelische Komponistin Larissa Kofman hat für das Staatstheater Kassel das Stück „Children of Terezín“ („Kinder von Terezín“) komponiert, das 2019 als Prolog Hans Krásas Oper vorangestellt erklingen wird.

 

Children of Terezín“ von Larissa Kofman ist eine Art Memoria an die Kinder des Ghettos Theresienstadt. Die israelische Komponistin macht darin ihre tiefe Tragik hörbar und setzt sich mit dem Thema „Katastrophe“ auseinander. Expressionistisch und bildhaft zeichnet Kofman eine düstere Atmosphäre, die durch die Vorahnung von etwas Bösem und dem Gefühl von Angst und Auswegslosigkeit hervorgerufen wird. Gleichzeitig klingen hier und dort Melodien aus Brundibár an, die Kofman in ihre Komposition hineingewebt hat.

 

So wird Larissa Kofmans Komposition zum Wendepunkt im Konzept des Kasseler Brundibár.

Vor der Aufführung werden Hintergrund- und Entstehungsgeschichte in einem umfangreichen Rahmenprogramm behandelt. Noch im Foyer des Schauspielhauses können Zuschauer darüber in der Ausstellung "Einen Schmetterling habe ich hier nicht gesehen"  lernen. Sobald später auf der Bühne und im Zuschauerraum Hans Krásas Musik erklingt, tauchen wir ab in ein Märchen von Freundschaft, Träumen und Hoffnung.

 

Dennoch steht die Inszenierung nicht völlig abseits der Geschichte des Werks.

Die Inszenierung steht einerseits für sich und ist gleichzeitig durch den Prolog von Larissa Kofman und seine Ausgestaltung musikalisch und szenisch mit dem geschichtlichen Hintergrund verbunden.